Kind sein und die Entwicklung zum Erwachsenen, ist unter Umständen nicht einfach. Weder für die Kinder noch für die Eltern, die sich oftmals ebenfalls schwer tun.

Zahlreiche Studien und Umfragen belegen, dass in unserer Zeit zahlreiche Belastungen unseren Kindern und Jugendlichen zu schaffen machen. Da ist der Leistungsdruck in der Schule, Probleme mit Gleichaltrigen oder Konflikte in der Familie.

Häufen sich solche Belastungen, dann gelingt es dem jungen Menschen oft nicht mehr, die alterstypischen Entwicklungsaufgaben zu meistern, auch wenn die Eltern hinter ihm stehen. Unterschiedliche seelische und körperliche Beschwerden sind möglicherweise die Folge. Das eine Kind zieht sich zurück und klagt über Bauch- oder Kopfschmerzen, während ein anderes eher mit Wutausbrüchen und Aggressionen reagiert. Andere Kinder wiederum verbringen ihre Freizeit nur noch am Computer und vernachlässigen darüber hinaus die Schule.

Eingangs bemühen sich die Eltern oft, dem Kind aus eigener Kraft zu helfen. Nicht selten zeigt sich, dass die Probleme nicht mehr ausschließlich mit erzieherischen Mitteln zu lösen sind. Sind die Eltern hilflos, führt das nicht selten zu Schuldgefühlen oder Ärger. Die familiäre Situation spitzt sich zu und sogenannte „Teufelskreise“ entstehen.

In solchen Situationen entschließen sich Eltern häufig fachliche Hilfe aufzusuchen, und erleben des Öfteren Ärger. Seit Jahren gibt es Berichte über einen Anstieg der psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Ungeachtet dieser Tatsache ist die psychotherapeutische Versorgung für Kinder und Jugendliche nach wie vor dürftig.

Mit einer entwicklungspsychologisch belegten Verhaltenstherapie, die sich am System der Familie orientiert, möchten wir unseren Beitrag zur Besserung dieser Situation leisten. Dies machen wir an zwei Standorten in Hamburg.

Wir bieten hierzu integrierte Versorgung unter einem Dach an. Ein vernetztes Team behandelt nach einem einheitlichen und bewährten Konzept. Dieses Konzept wird ständig weiterentwickelt und unterliegt strengen Qualitätskontrollen.

Die besonderen Eigenschaften der jungen Patienten und ihrer Familien sind uns wichtig. Das prägt unsere Diagnostik und Therapie. Deswegen schlagen wir stets einen individuell angepassten Behandlungspfad gemeinsam mit unseren jungen Patienten ein.

Behandlungskonzept

Erfahrungen aus der Entwicklungspsychologie bilden eine Grundlage unseres ambulanten Behandlungskonzepts. Die Entwicklungspsychologie sieht die kindliche Entwicklung als eine Folge von für das Alter typischer Schwellensituationen. Die Einschulung oder die Pubertät sind solche Situationen. In diesen Lebensabschnitten sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für die Ausbildung psychischer Symptome. Die zahlreichen körperlichen, geistigen und emotionalen Veränderungen sind häufig dafür verantwortlich.

Gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind entwickeln wir ein Störungsmodell. In diesem werden die aktuellen Folgen des Problemverhaltens ebenso berücksichtigt wie die individuellen biografischen Hintergründe. Das Störungsmodell ist die Grundlage für den Behandlungsplan.

Viele Eltern geben sich selbst die Schuld für familiäre Schwierigkeiten. Sie scheuen sich deswegen oft Hilfe in Anspruch zu nehmen. Einige befürchten, als Teil des Problems bloßgestellt und mit Vorwürfen konfrontiert zu werden. Die Eltern sind jedoch ein Teil der Lösung. Eine erfolgreiche Behandlung von Kindern und Jugendlichen gelingt nur dann, wenn die Eltern mit ihren Kindern die in der Therapie erarbeiteten Veränderungen zu Hause weiterverfolgen. Sie agieren gleichsam als „Co-Therapeuten“.

Auch das weitere psychosoziale Umfeld unserer jungen Patienten ist ein wichtiger Faktor. Es ist z.B. wichtig, dass Lehrer als Ansprechpartner in die Therapie einbezogen werden.

Therapeutische Methoden

Verhaltenstherapie ist bei zahlreichen psychischen Störungen im Kinder- und Jugendalter wirksam, das ist wissenschaftlich nachgewiesen. In wöchentlichen Einzelsitzungen kommen altersgerechte Methoden aus der Verhaltenstherapie zum Einsatz. Anders als bei der Behandlung erwachsener Patienten legen wir den Schwerpunkt auf handlungsorientierten Therapie-Methoden. Rollenspiele, Übungen zum Kompetenzaufbau und therapeutisch begleitetes Spiel mit verschiedenen Materialien sind solche Praktiken. Mit zunehmendem Alter nimmt das therapeutische Gespräch mehr Raum ein. Kindgerechtes Material hilft uns dabei, den jungen Patienten Wissen über die psychologischen Hintergründe ihrer Störung zu vermittelt und die Einsicht über die Störung zu fördern.

Für Kinder, die Schwierigkeiten im Kontakt und im Umgang mit anderen Kindern haben, bietet sich darüber hinaus eine Gruppentherapie als ideales Lernfeld an. Konzentrations- oder Entspannungs-Fähigkeiten können gerade in der Gruppe besonders gut erarbeitet werden. Es ist hilfreich, wenn diese Fähigkeiten anschließend im häuslichen und schulischen Umfeld vertieft werden. Hierzu bieten wir Gruppen an die auf Aspekte bestimmter Störungen oder auf das Erlernen bestimmter Kompetenzen abzielen. Ob ein solches Angebot für Ihr Kind geeignet ist, wird Ihre Therapeutin mit Ihnen und Ihrem Kind beratschlagen.

Um mit den Eltern begleitend zu arbeiten, steht uns ein Kontingent an „Bezugspersonenstunden“ zur Verfügung. In diesen analysieren wir gemeinsam die Entstehung der Probleme und die aktuellen familiären Teufelskreise. Ziel dabei ist das Erarbeiten individuell passender Lösungsvorschläge. In diesen „Bezugspersonenstunden“ bieten wir den Eltern den Raum, eigene Belastungen im Umgang mit dem Kind anzusprechen.

Sollte sich für die Eltern weiterer Gesprächs- oder Behandlungsbedarf ergeben, sind wir gern bei der Vermittlung von Unterstützung bei erfahrenen Kollegen in unserer Einrichtung behilflich.

Indikationsbereiche

Unser Behandlungsangebot richtet sich derzeit an Familien mit einem psychisch erkrankten Kind ab ca. dem 3. Lebensjahr. In Einzelfällen können Jugendliche auch über das 18. Lebensjahr hinaus behandelt werden.

• Angsterkrankungen

• Anpassungsstörungen

• Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS)

• Depression

• Enuresis/Enkopresis

• Essstörungen

• Hyperkinetische Störungen

• Posttraumatische Belastungsstörungen

• Psychosomatische Störungen

• Somatoforme Störungen

• Störungen des Sozialverhaltens

• Ticstörungen

• Zwangserkrankungen