Grundidee:

Die zielgerichtete und erfolgreiche Behandlung von psychischen Erkrankungen erfordert hohe Expertise und spezifische Diagnostik und Beratung. Die Expertensprechstunden am Verhaltenstherapie Falkenried soll Betroffenen eine fundierte diagnostische Einschätzung Ihrer Problematik durch ausgewiesene Expert*innen aus den Bereichen der Psychotherapie, Psychosomatik und Psychiatrie anbieten. Dies soll ermöglichen, etwaige Hilfs- und Therapieangebote (wie ambulante, teilstationäre oder vollstationäre Angebote) gezielter ansteuern zu können.

Ablauf/Konzept:

Die diagnostische Expertensprechstunde setzt sich aus 2 psychotherapeutischen Terminen sowie einer psychiatrischen Untersuchung (Konsil) zusammen. Zusätzlich durchlaufen die Patient*innen eine spezifische testpsychologische Untersuchung. Die diagnostische Einschätzung wird im Rahmen einer schriftlichen Einschätzungen dokumentiert und Vorschläge für ein etwaige therapeutische Behandlung gemacht. Falls empfohlen und möglich, wird eine Weiterbehandlung im Falkenried (ambulant, teil- oder vollstationär) vermittelt.

Expertensprechstunde: Zwangsstörungen und verwandte Störungen sowie psychische Beschwerden im Zusammenhang mit dermatologischen Erkrankungen

Experten: Prof. Dr. C. Stierle

Zielgruppe:

Patient*innen mit V.a. auf eine Zwangsstörung, Körperdysmorphe Störung, Skin Picking, Trichotillomanie oder psychodermatologische Beschwerden

Indikationen:

Zwangsstörungen

Mit einer Prävalenz von ca. 2% Prävalenz stellen die Zwangsstörungen eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter dar. Sie kennzeichnet sich durch wiederkehrende Gedanken, Impulse, Zweifel oder bildhafte Vorstellungen, die als übertrieben und unsinnig erkannt werden und in der Regel massiv unangenehme Gefühle auslösen. In der Regel versuchen Betroffene mit neutralisierenden Handlungen oder Gedanken darauf zu reagieren. Bei Zwangshandlungen müssen bestimmte Handlungen wie Kontrollieren, Waschen, Zählen oder Ordnen immer wieder auf die gleiche Art, wiederholt durchgeführt werden und schränken so die Lebensqualität und Freiheit der Betroffenen massiv ein. Auch hier werden die Handlungen als unangenehm und häufig übertrieben wahrgenommen. Meist treten Zwangsgedanken und -handlungen gemeinsam auf.

Körperdysmoprhe Störung

Auch die Körperdysmorphe Störung ist mit ca. 2% Prävalenz eine häufige psychische Erkrankung. Sie kennzeichnet sich durch eine Überbeschäftigung mit dem eigenen Aussehen sowie die Wahrnehmung von „Makeln“ im Aussehen, die von außen kaum oder nicht wahrgenommen werden können. Häufig zeigen Betroffene zwanghaftes Kontroll- und Checkingverhalten des Körpers sowie Sicherheits- und Vermeidungsverhalten, welches oft massiv einschränkend im Alltag ist. Betroffene leiden häufig unter schwerwiegenden Körperakzeptanzproblemen mit weitreichenden Folgen für Ihre Lebensgestaltung- und -qualität.

Skin Picking und Trichotillomanie

Das zwanghafte Manipulieren von Haut und Haaren kann bei mehrere psychischen Erkrankungen als Begleitsymptomatik auftreten, stellt aber auch eine eigenständige Problematik und Erkrankung dar, die häufig mit massivem Scham- und Schulderleben sowie Vermeidungs- und Rückzugsverhalten einhergeht. Betroffene manipulieren die betroffenen Körperbereiche häufig unbewußt automatisiert (z.B. während Alltagstätigkeit, bei denen ihre Konzentration gebunden ist) oder aber auch in Anspannungssituationen und Stress.

Z.T. entstehen dadurch dauerhafte körperliche Schädigungen wie z.B. Narbenbildung, welche wiederum mit Schuld- und Schamgefühlen einhergehen.

Horten und Sammeln (Pathologischen Horten)

Kennzeichnend für pathologischen Horten und Sammeln ist das Anhäufen von großen Mengen von Gegenständen, die andere Menschen als nutz-oder wertlos betrachtet würden, bei denen Betroffene aber häufig große Schwierigkeiten haben, sich von diesen zu trennen. Tlw. empfinden Betroffene enge emotionale Bindung zu diesen Gegenstände. Horten geht über reines „normales“ Sammeln hinaus, da es massive Schwierigkeiten in der Lebens- und Alltagsbewältigung macht (Platzprobleme, Hygiene, Schulden…). Eine besondere Form des Hortens ist das sog. „animal hoading“, bei dem oft große Anzahlen von Tieren im Haushalt der betroffenen lebt und deren artgerechte Versorgung nicht immer sichergestellt werden kann. Pathologisches Horten wird zu den Zwangsstörungen und verwandten Störungen gezählt.

Psychodermatologische Beschwerden

Die Psychodermatologie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Psyche und Haut. Hauterkrankungen sind häufig auftretende Beschwerden, die für die Betroffenen oft mit einem Erleben der Stigmatisierung, Scham und Ekel verbunden sind. U.a. finden sich erhöhte psychische Belastungen bei Erkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis, Akne, Urtikaria etc. Betroffene entwickeln häufig depressive Begleitsymptomatik, soziale Ängste und Schwierigkeiten in der Krankheitsverarbeitung. Dermatologisch erkrankte Menschen erleben häufig massive Einschränkungen in ihrer Lebensqualität und ihren Teilhabemöglichkeiten und benötigen z.T. spezifische psychotherapeutische Unterstützung.

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