T h e r a p i e s c h w e r p u n k t e

Somatoforme Störungen
Allen somatoformen Störungen ist gemeinsam, dass die Betroffenen unter körperlichen Beschwerden erheblich leiden, für die jedoch bezüglich Art und Ausmaß medizinisch keine Ursachen gefunden werden können. Beginn und Fortdauer der Symptome zeigen meist eine enge Verbindung zu unangenehmen Lebensereignissen, Schwierigkeiten und Konflikten, wobei diese psychische Verursachung bzw. Aufrechterhaltung des Beschwerdebildes häufig von den Betroffenen nicht zu benennen ist.

Spezielle Unterformen der somatoformen Störungen sind u.a.:
- somatoforme autonome Funktionsstörung
Mit somatoformen oder funktionellen Störungen werden körperliche Beschwerdebilder bezeichnet, die auf keine körperlichen Krankheiten zurückzuführen sind und bei denen man davon ausgeht, dass sie durch psychische Probleme verursacht worden sind; zum Beispiel durch längerfristiges hohes Stresserleben im privaten oder beruflichen Leben oder durch zwischenmenschliche Konflikte. Die Symptome werden so erlebt, als beruhten sie auf einer körperlichen Krankheit eines Systems oder Organs, das weitgehend oder vollständig durch das vegetative Nervensystem kontrolliert wird, zum Beispiel Herz-Kreislauf-System, Atemwegstrakt oder Magen-Darm-Trakt. Bei den Betroffenen besteht meist Unklarheit über die Herkunft der Beschwerden oder es bestehen Befürchtungen, an einer gefährlicher körperlichen Erkrankung zu leiden, obwohl keine entsprechenden medizinischen Befunde diagnostiziert werden konnten.

- anhaltende Schmerzstörung
Akute Schmerzen dauern einige Sekunden bis einige Wochen und sind in der Regel an erkennbare Auslöser gekoppelt; fällt der schädigende äußere Reiz oder die Entzündung im Körper weg, ist das Schmerzerleben ebenfalls beendet. Bei der chronischen Schmerzstörung (wenn der Schmerz über 6 Monate andauert) besteht ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann, auch wenn dieser meist ein akutes Schmerzstadium (z.B. durch Verletzungen, Erkrankungen) vorausging. Der Schmerz tritt hier in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auf. Auf lang andauernde Schmerzen reagieren Menschen häufig mit Hoffnungslosigkeit, Verzweifelung, mit Sorgen und depressiven Verhaltensmustern und Gedanken sowie mit Schlafstörungen, Appetitverlust und sozialem Rückzug. Diese körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen sind meist mit einem erheblichen Verlust an Lebensqualität verbunden.
 

 

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