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T h e r a p i e s c h w e r p u n k t e

Angsterkrankungen


Agoraphobie
Die Agoraphobie bezieht sich auf Ängste vor offenen Plätzen, Menschenmengen, dem sich Begeben in öffentliche Verkehrsmittel oder Geschäfte verbunden mit der Angst, das eigene Haus zu verlassen. Ein Vermeidungsverhalten agoraphobischer Situationen ist charakteristisch für diese Störung. Einige Betroffene sind im Verlauf völlig an ihr Haus gefesselt. Viele Betroffene empfinden bei dem Gedanken, in der Öffentlichkeit zu kollabieren und hilflos liegen zu bleiben, Panik. Das Fehlen eines sofortigen „Fluchtweges“ ist eines der Schlüsselsymptome vieler agoraphobischer Situationen. Es sind überwiegend Frauen betroffen. Der Beginn liegt meist im frühen Erwachsenenalter. Ohne effektive Behandlung verläuft die Agoraphobie häufig chronisch. Es können zusätzlich Symptome einer anderen Angststörung oder einer Depression vorliegen.

 

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Soziale Phobie
Soziale Phobien beginnen meist in der Jugend, zentrieren sich um die Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen und führen dazu, dass soziale Situationen vermieden werden. Sie können klar abgegrenzt auf spezifische Situationen sein, z.B. auf das Essen oder Sprechen in der Öffentlichkeit, das Treffen mit dem anderen Geschlecht etc. oder sie sind unbestimmt und treten in fast allen sozialen Situationen außerhalb des Familienkreises auf. Soziale Phobien sind oft mit einem niedrigen Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden. Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit etc. äußern. Behandlungsbedürftig sind soziale Phobien, die einen hohen Leidensdruck und deutliche Beeinträchtigungen der sozialen und/oder beruflichen Aktivitäten auslösen. Extremes Vermeidungsverhalten kann z.B. zu sozialer Isolation führen. Soziale Phobien können mit einem Defizit an sozialen Fertigkeiten (z.B. Nicht-Nein-sagen-können, nicht Bedürfnisse u. Wünsche zum Ausdruck bringen können, mangelnde Kompetenzen bei der Führung von Konfliktgesprächen etc.) einhergehen; dieser Defizit muss aber nicht bei Bestehen einer sozialen Phobie vorliegen. Man schätzt, dass ca. 13 % der Menschen im Laufe ihres Lebens eine behandlungsbedürftige soziale Phobie entwickeln. Unbehandelt ergibt sich oft ein chronischer, in der Schwere der störung aber fluktuierender, Verlauf. 80% der Betroffenen leiden an weiteren psychischen Störungen, meist andere Angststörungen oder depressive Störungen.

 

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Spezifische Phobie
Hierbei handelt es sich um Ängste, die auf ganz spezifische Situationen beschränkt sind wie auf Höhen, enge geschlossene Räume, die Nähe zu bestimmten Tieren, Dunkelheit, Fliegen, Urinieren in öffentlichen Toiletten, Verzehr bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch, Anblick von Blut, Verletzungen. Die Konfrontation mit der entsprechenden phobischen Situation löst sofort Panik und, wenn möglich, Fluchtverhalten aus. Die Konfrontation mit entsprechenden Situationen wird demzufolge, wenn möglich, gemieden. Spezifische Phobien entstehen gewöhnlich in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter und können unbehandelt lange bestehen. Das Ausmaß der Behinderung des Betroffenen ergibt sich meist aus dem Vermeidungsverhalten der entsprechenden Situation. Das Ausmaß der Angst vor dem phobischen Objekt wechselt in der Regel nicht.

 

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Panikstörung
Panikattacken sind plötzlich auftretende Angstanfälle, die für Betroffene wie „aus heiterem Himmel“ kommen. Diese Attacken sind für die Betroffenen nicht vorhersehbar und können auch aus dem Schlaf heraus sich entwickeln. Typisch ist der plötzliche Beginn mit Herzklopfen. Weiterhin können u.a. Herzrasen, Brustschmerzen, Schwitzen, Atemnot, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle auftreten. In der Regel befürchten die Betroffenen während der Angstanfälle zu sterben, zu kollabieren oder verrückt zu werden bzw. die Kontrolle zu verlieren Vielfach wird in der Folge ein Vermeidungsverhalten entwickelt, indem Situationen und Orte nicht mehr aufsucht werden, an denen eine derartige Angstattacke aufgetreten ist oder auftreten könnte. Hat sich ein solches Vermeidungsverhalten entwickelt, besteht zusätzlich eine Agoraphobie. Der Handlungsspielraum im Alltag ist dadurch oftmals erheblich eingeschränkt und der Alltag kann nur noch mit Sicherheitsmaßnahmen wie Begleitpersonen, das Mitsichführen von Notfallmedikamenten oder Handy bewältigt werden. Panikanfälle sind häufig mit Schamgefühl oder der Befürchtung, keine Hilfe zu bekommen, verbunden. Bleibt die Panikstörung unbehandelt, entwickelt sich bei der Mehrzahl aller Betroffenen im Laufe der nächsten Jahre eine zusätzliche depressive Störung.

 

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Generalisierte Angststörung
Hauptmerkmale der generalisierten Angststörung sind 1. langanhaltende, übertriebene, unrealistische Sorgen, die über vielfältige Lebensbereiche wechselnd bestehen (z.B. Beruf, Familie, Gesundheit etc.) und mit quälenden Befürchtungen einhergehen, man selbst oder Angehörige könnten verunglücken oder sonst wie zu Schaden kommen, 2. Schwierigkeiten, diese Sorgen zu kontrollieren und 3. begleitende Symptome wie z.B. Ruhelosigkeit, leichte Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Leere im Kopf, Reizbarkeit, Muskelspannung oder Schlafstörungen. Diese Beschwerden bestehen die meiste Zeit über mehrere Monate und beeinträchtigen Betroffene in bedeutendem Ausmaß in ihrem Alltag. Vielfach greifen Betroffene zu Alkohol oder Tabletten als Selbstmedikation, um sich zu beruhigen oder ihren Ängsten zu entfliehen.

 

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